Flotte Rhythmen und Reime beim CDU-Aschermittwoch

Der Niederrheinische CDU-Chor (rechts außen der Dingdener CDU-Vorsitzende Bernhard Borgers) unterhielt die Gäste beim Fischessen des CDU-Stadtverbands Hamminkeln.

Rückblick und Ausblick, ernste Töne und heiterer Gesang: diese bunte Mischung war Programm beim Aschermittwochstreffen des CDU-Stadtverbands Hamminkeln. Knapp 100 CDU-Mitglieder und Gäste waren der Einladung zum traditionellen Fischessen gefolgt. Das Küchenteam von Familie Buschmann hatte köstliche Heringsspezialitäten zubereitet. CDU-Chef Norbert Neß und Senioren-Union-Vorsitzender Heinz Breuer sorgten für die launige Programmgestaltung.

„Hallo, guten Morgen Deutschland“, schmetterten die Mitglieder des Niederrheinischen CDU-Chors zu später Stunde in den Saal. Schon regten sich viele Hände, um die Melodie klatschend zu begleiten. Mit „Sweet Caroline“ oder Leonard Cohens „Halleluja“ ging es munter weiter. Für schmunzelnden Applaus sorgte die Hymne der Senioren-Union, wie Chor- und Bandleader Rolf Trost aus Xanten bemerkte: „Fahre mit uns mit den E-Bikes“, lautete der Refrain des umgetexteten Wanderliedes. Der CDU-Chor ist ein Unikat in Deutschland. Im hiesigen CDU-Kreisverband Wesel haben sich Sangesbegeisterte zu dieser Combo zusammengefunden. Sogar CDU-Landeschef und Ministerpräsident Armin Laschet zeigte sich einst begeistert: Die Sängerinnen und Sänger mussten spontan eine Melodie für sein Handy einsingen.

Vor den Musikklängen stand die Stärkung: Heringsfilet und Holsteiner Heringsstipp mundeten den Gästen, darunter der Erste Beigeordnete Robert Graaf sowie Bernhard Payer und Jürgen Palberg vom Verwaltungsvorstand. CDU-Vorsitzender Norbert Neß freute sich in seiner Begrüßung auch über die Teilnahme von Vizebürgermeisterin Anneliese Große-Holtforth (CDU) sowie der CDU-Landtagsabgeordneten Charlotte Quik.  Neß sprach die aktuellen Personaldiskussionen an: „ Aber nicht die in der SPD, sondern bei uns in der CDU-Hamminkeln: Freundschaftlich, vertrauensvoll und professionell haben wir den Stabwechsel für die zweite Hälfte der Ratsperiode gelöst.“ Der designierte, neue Fraktionsvorsitzende Dieter Wigger stellte sich mit einem kurzen Grußwort vor und kündigte an, dass er die Fraktion „schlagkräftig und teamorientiert“ führen werde.

Heinz Breuer unterhielt mit deftigen Reimen.

Highlight des Aschermittwochs waren die gereimten Ausführungen von Heinz Breuer, der einige Anleihen bei seinem Namensvetter Heinz Erhardt nahm: Mit dessen Fisch-Gedicht leitete er das Abendessen ein. Aber ebenso bissig waren seine Reime: Lokalpolitisch griff er die Auseinandersetzung um die Ratsgröße auf. „Münnich first ist die Devise, nach Trump’scher Art in die Krise.“ Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand indes die aktuelle Koalitions- und Regierungsbildung in Berlin: „Mehrfach musste ich meinen Text umschreiben und den jüngsten Entwicklungen anpassen“, verriet er den Zuhörern. Das Ergebnis konnte sich hören lassen: „Andrea Nahles neigt gern zur Meuterei, droht mit Schlägen in die Fresse dabei.“ Oder: „Schulz auf schwankenden Planken, seine Position geriet ins Wanken, die Genossen wünschten sich den Martin über Bord – und schon war der Umfaller fort.“ Aber Breuer nahm alle deftig aufs Korn, nicht nur Genossen: „Unsere politische Elite gleich welcher Couleur, ähnelt manchmal einem Malheur, Charakterlosigkeit und Niedertracht beherrschen die gierige Postenjagd.“ Sein versöhnliches Credo zum Abschluss:  „Möge die Regierungsbildung gelingen und viel Gutes für die Bürger und unser Land bringen!“