Auf Vermittlung der CDU: Judith Nothnagel aus Hamminkeln zeigt „Traumwelten“ im Landtag

Im Alltag bestimmen harte politische Themen die Arbeit der nordrhein-westfälischen CDU-Landtagsfraktion. Bis zum 18. Dezember sind „ästhetische Traumwelten mit Sogwirkung“ im Foyer der Fraktion im Landtagsgebäude in Düsseldorf zu sehen. Die Ausstellung der Künstlerin Judith Nothnagel, Hamminkeln/Düsseldorf, wurde gestern (4. November) eröffnet. Wer die Ausstellung besuchen möchte, kann sich unter Telefon (0211) 884-2369 bei Gabriele Arentz anmelden.

Der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion und Landtagsabgeordnete, Prof. Dr. Thomas Sternberg, hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung von Kunst hervor: „Gerade in diesen Tagen erleben wir, wie wichtig es ist, künstlerischen Arbeit den richtigen Stellenwert beizumessen“, sagte er in Anspielung auf die Debatte über den Verkauf der Warhol-Werke: „Für die CDU-Fraktion ist es Auftrag und Verpflichtung, gute Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur zu ermöglichen. Mit Ausstellungen wie von Judith Nothnagel hier in unserem Foyer leisten wir selbst einen konkreten Beitrag dazu.“

Den Kontakt zu Judith Nothnagel hatte der Hamminkelner CDU-Vorsitzende Norbert Neß vermittelt, der bis Ende September beruflich im Landtag tätig war. Erster Aufhänger war seinerzeit ein Luftbild des NRW-Landtags, das Judith Nothnagel vom Fernsehturm aus aufgenommen und verfremdet hat. Fast wie in der Sommerhitze dahin geschmolzen stellt sich das Gebäude auf der Fotoarbeit dar. Über Neß wurde das Bild der CDU-Fraktion als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Auch der CDU-Abgeordnete und Landtagsvizepräsident Eckhard Uhlenberg zeigte sich begeistert: „Die charakteristische Gebäudeform des Landtags mit seinen runden Sitzungsräumen bleibt trotz der Verfremdung klar erkennbar.“

Die jetzt eröffnete Ausstellung unter dem Titel „Present Places_“ zeigt weitere Arbeiten: „In einer selbst entwickelten Fototechnik gehe ich neue Wege in der künstlerischen Fotografie“, erläutert die in Emmerich geborene Künstlerin, die in Hamminkeln und Düsseldorf lebt und arbeitet. „Meine Fotografien der Serie Present Places_ sind sensorische, ästhetische, imaginäre bis politische Reflexionen von öffentlichen Orten des Zeitgeschehens.“ Athener Akropolis und Berliner Reichstag zählen ebenso dazu wie die Grand Central Station in New York oder die Zeche Zollverein in Essen.

Die Bilder hat Judith Nothnagel am Computer aufwändig nachbearbeitet und verfremdet. Dynamische Kameraführung, Mehrfachbelichtung, Unschärfen und digital übermalte Bildpassagen prägen die Arbeiten, die mit Acrylglas versiegelt sind. „Es entstehen ästhetische Traumwelten mit Sogwirkung mit angedeuteten realen Szenerien als politische Kommentare. Im Überangebot digitaler Bilderfluten in unserer Mediengesellschaft fordern sie den Betrachter – im Moment der Verrätselung der Wirklichkeit – heraus.“