CDU: Doppelstandort mit Dingden stärkt die Gesamtschule / Verwaltung und Schulleitung sollten Gründungsbeschluss nicht länger blockiere

Als „Stärkung für die neue Gesamtschule“ hat CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter Genterzewsky die Festlegung auf zwei Standorte in Hamminkeln und Dingden bezeichnet. „Der Doppelstandort bietet Chancen, die genutzt werden müssen. Vor allem trägt er dazu bei, die Akzeptanz der neuen Gesamtschule bei den Dingdener Familien und Bürgern zu erzielen. Ohne die Einbindung Dingdens bleibt die Gesamtschule für Gesamt-Hamminkeln ein Torso, den wir seinerzeit so nicht gewollt und konzipiert haben. Der Standort Dingden muss Teil der DNA der neuen Gesamtschule sein.“

Am gestrigen Abend hat sich die CDU-Fraktion in Vorbereitung der morgigen Sitzung des Schulausschusses erneut mit dem Thema befasst: „Der Rat hat vor gerade einmal drei Jahren nach intensiven und schwierigen Beratungen den Grundsatzbeschluss zur Gründung der neuen Gesamtschule mit Standorten in Hamminkeln und Dingden gefasst. Auch für die CDU war es kein leichter Weg. Schulleitung und Verwaltung sollten alles dafür tun, diesen Beschluss ordentlich umzusetzen, damit die Schule so wie geplant arbeiten kann.“

Genterzewsky verwies auf den langen Diskussionsprozess vor dem Ende 2012 gefassten Grundsatzbeschluss: „Eltern, Lehrer, Schulleiter und Verwaltung haben die Eckpunkte der neuen Schule gründlich konzipiert. Das seinerzeit entwickelte, pädagogische Konzept war Bestandteil der damaligen Elternbefragung und Grundlage für den Ratsbeschluss.“ In dem Konzept hieß es unter anderem wörtlich: „Wir wollen die Schulkulturen der alten Schulen behalten und unsere Lehrkräfte, wir wollen unsere Schulstandorte behalten.“

Somit muss allen damals wie heute Beteiligten klar sein: Die neue Gesamtschule arbeitet an zwei Standorten. „Wir fragen uns schon: Was ist seit 2012 eigentlich unternommen worden, um die entsprechenden Schritte dafür vorzubereiten? Inwieweit ist der Doppelstandort in der pädagogischen Konzeption der Schulleitung berücksichtigt worden, die ja wohl auf den seinerzeit erarbeiteten Eckpunkten basiert?“

Die CDU-Fraktion hat gestern festgestellt, dass die Schulleitung der Gesamtschule sich bemüht zeige, das pädagogische Konzept anzugehen. Zahlreiche Impulse und Ideen werden kommuniziert. „Entscheidend für den Erfolg der neuen Gesamtschule ist der pädagogische Inhalt, das unverwechselbare Profil“, sagte Genterzewsky. „Die Standortfrage darf nicht weiter künstlich hochstilisiert werden. Oder anders gesagt: Form follows function, nicht umgekehrt.“

Hier sieht die CDU-Fraktion auch eine Führungsaufgabe für Schulleitung und Verwaltung: „Statt ultimativ gegen den damaligen Beschluss zu Felde zu ziehen, sollten Energie und Kreativität darauf verwendet werden, die Gesamtschule zum Erfolg zu führen. Es ist falsch, wenn behauptet wird, die Verantwortung für die aktuelle Verunsicherung liege bei der Politik. Die Debatte und die damit verbundene Verunsicherung ist eindeutig durch die Schulleitung angestoßen worden.“

Der CDU-Parteivorsitzende Norbert Neß erinnerte in der Fraktionssitzung an die kommunale Neuordnung, die sich in diesem Jahr zum 40. Mal jährt: „Die seinerzeit bestehenden Gräben zwischen den Ortschaften sind zugeschüttet. Sie dürfen nicht wieder aufgerissen werden. Die Bürgerinnen und Bürger in Dingden wie auch in allen anderen Dörfern müssen sich auf wesentliche Grundsatzentscheidungen verlassen können. Es darf nicht sein, dass man so oft Fragebogenaktionen durchführt bis das Ergebnis passt. Es gilt nun, den Gesamtschulbeschluss umzusetzen.“

Erinnert wurde in der CDU-Fraktionssitzung auch an die Zusagen gegenüber der auslaufenden Real- bzw. Hauptschule: „Wir fordern alle Verantwortlichen bei Schulträger und Land auf, den weiteren ordentlichen Lehr- und Lernbetrieb zu gewährleisten.“ Dieter Genterzewsky will dazu in den nächsten Tagen ein Gespräch mit den Schulleitungen führen.